Caritas-Newsletter
   

Newsletter Leben ist angesagt - Ausgabe Nr. 08/2016

 
 
    Inhalt
   
  1. In eigener Sache
  2. Neues aus der Diözese
  3. Fachliche Informationen
  4. Termine
  5. ... das Beste zum Schluss
 
 
 
 
1
 
 In eigener Sache

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

gibt es bei der Inklusion an Schulen in Baden-Württemberg jetzt eine „Rolle rückwärts“? Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) setzt wegen Lehrermangels den geplanten Ausbau der Ganztagsschulen aus. Außerdem sollen im Schuljahr 2017/2018 zwei weitere Bildungsvorhaben auf Eis gelegt werden.

Dies und mehr zum Thema Behinderung finden Sie in diesem Newsletter.
Ich wünsche Ihnen eine interessante und anregende Herbst-Lektüre!

Herzlich,
Ihre
Birgit Baumgärtner




 
2
 
 Neues aus der Diözese

Integration auf allen Ebenen
„Vielfalt (er-)leben“ der Caritas in Ellwangen bietet für jeden etwas

Angehende Zahnarzthelferinnen der Berufsschulklasse, die am 5. Mai (am Gleichstellungstag) die Aktion „Wie barrierefrei ist unsere Stadt?“ umsetzten, starteten mit dem Thema „Inklusion“ auch ins neue Schuljahr. Dazu sollen ein Prophylaxeprojekt mit der Christophoruswerkstatt der Stiftung Haus Lindenhof und ein sozial-karitativer Workshop mit verschiedenen Behinderteneinrichtungen der Region nun starten.




Link zur Website

 
3
 
 Fachliche Informationen

Politischer Paukenschlag
Kommt die „Rolle rückwärts“ bei Inklusion an Schulen?

Es war ein politischer Paukenschlag: Kultusministerin Eisenmann drohte, aufgrund der Sparvorgaben die Umsetzung der Inklusion an Schulen auszusetzen. Ohne zusätzliche Lehrerstellen könne man den gemeinsamen Unterricht oder den Ausbau der Ganztagesschulen nicht weiterführen. Ob es tatsächlich so kommt, wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen.
Die SWR-Berichterstattung finden Sie unter http://www.swr.de/landesschau-aktuell/bw/bildung-in-baden-wuerttemberg-kultusministerin-zieht-die-notbremse/-/id=1622/did=18334836/nid=1622/afdfl8/

 


BTHG: Verein wart vor Risiko
Angst vor negativen Wirkungen: „Regelungen erst erproben, dann einführen“

Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge fordert, vor Einführung des geplanten Bundesteilhabegesetzes einzelne Regelungen zu erproben. Damit soll bereits im Vorfeld vermieden werden, dass Personen mit Teilhabebedarf aus dem System fallen. Auch mit dem Bundesteilhabegesetz müsse die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen und die inklusive Ausrichtung der Regelsysteme weiterentwickelt werden. Daher sollten elementare Veränderungen – wie die Neubeschreibung des Personenkreises bei der Eingliederungshilfe oder die Konzentration auf die Fachleistung Eingliederungshilfe – nicht vorschnell festgelegt werden. Nur eine vorherige Erprobung und Begleitung der geplanten Regelungen könne gewährleisten, dass am Ende das gewünschte Ergebnis stehe.
Die Stellungnahme unter https://www.deutscher-verein.de/de/uploads/empfehlungen-stellungnahmen/2016/dv-23-16-bundesteilhabegesetz-gesetzentwurf-bundesregierung.pdf

 


Endlich Urlaub – für alle!
Aktion Mensch fördert auch 2017 Ferienreisen für Menschen mit Behinderung

Der Urlaub, die schönste Zeit des Jahres, ist nicht für alle unproblematisch: Menschen mit Behinderung können sich ihre Urlaubsträume oft nicht verwirklichen. Deshalb unterstützt die Aktion Mensch auch 2017 wieder Ferienreisen für Menschen mit Behinderung, die freigemeinnützige Organisationen anbieten. Gefördert werden behinderungsbedingte Mehraufwendungen bei der Vorbereitung und Durchführung von Ferienreisen, die – mit An- und Abreisetag – mindestens fünf Tage dauern. Bei der Förderung werden An- und Abreisetag als ein Tag gerechnet. Ferienreisen, die die Voraussetzungen erfüllen, können mit 35 Euro pro Tag und Betreuer bezuschusst werden.
Anträge auf Förderung können Sie ab 1. November stellen. Info: https://www.aktion-mensch.de/projekte-engagieren-und-foerdern/foerderung/foerderprogramme/behinderung/ferien.html

 


„Meinungsfreiheit“ contra „Stimmungsmache“
Jugendliche mit Down-Syndrom kämpfen für Video „Chère future Maman“

Sieben junge Menschen mit Down-Syndrom setzen sich für die Ausstrahlung des im Internet millionenfach aufgerufenen Videos „Chère future Maman“ („Liebe künftige Mama“) im TV ein (wir berichteten). In dem von mehreren Organisationen in Europa finanzierten Film erklären Kinder mit Down-Syndrom der künftigen Mutter eines Kindes mit dieser Behinderung, wie ihr Leben verlaufen wird. Die sieben jungen Menschen klagten vor dem obersten Verwaltungsgericht in Paris gegen den nationalen Rat für audiovisuelle Medien, der öffentliche TV-Sender aufgefordert hatte, das Video nicht mehr während der Werbezeiten zu zeigen. Nach Meinung des Rates sei das Video nicht von gemeinnützigem Interesse und Frauen, die sich für die Abtreibung eines Fötus mit Down-Syndrom entschieden hätten, könnten Schuldgefühle bekommen.
Die Jugendlichen hatten argumentiert, dass ihre Meinungsfreiheit eingeschränkt werde. Es gehe nicht um eine Bekämpfung der Abtreibung, sondern um eine andere Einstellung gegenüber Menschen mit Down-Syndrom. Das Urteil wird in einigen Wochen erwartet.
https://www.youtube.com/watch?v=Ju-q4OnBtNU  




 
4
 
 Termine

12. November 2016, Stuttgart:
Fachtag „Inklu-WAS!? – Von der Konvention zur Aktion“

Wie setzen wir Inklusion in der Jugendarbeit um? Jugendarbeit hat den Anspruch, für alle offen zu sein. Sie bringt unterschiedlichste Menschen zusammen, Überraschungen gehören zum Alltag. Dennoch denken viele Verantwortliche nicht konsequent inklusiv, sodass junge Menschen mit Beeinträchtigungen häufig auf Barrieren in Räumen und Köpfen treffen.
Diese Einstellung wollen Kubus e.V., Stadtjugendring Stuttgart, Landesjugendring Baden-Württemberg und andere mit diesem Fachtag ändern. Vermittlung von Grundlagen vermitteln, Impulse und gute Beispiele zur inklusiven Jugendarbeit sollen zu einer Haltungsänderung ermutigen. Er richtet sich an Fachleute aus Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit und Behindertenhilfe, die stärker mit der Jugendarbeit kooperieren wollen. Themen aus der Praxis werden unter anderem sein: Assistenz, Mobilität, inklusive Freizeit- und Kulturangebote, barrierefreie Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation und inklusive Elternarbeit. http://www.ljrbw.de/files/downloads/Veranstaltungsflyer/Flyer%20Fachtag_12%2011%202016_Stuttgart_Web.pdf

15. November 2016, Stuttgart:
Fachgespräch „Inklusion in der Politischen Bildung in Baden-Württemberg“

Der Fachtag thematisiert fachlich versierte die Entwicklungen im Land rund um das Thema „Inklusion in der Politischen Bildung in Baden-Württemberg“. Die Veranstalter - Hospitalhof Stuttgart, Landesjugendring Baden-Württemberg, Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Ev. Kirche in Baden, Lebenshilfe Baden-Württemberg, Ev. Akademie Bad Boll und Landeszentrale für politische Bildung laden dazu Akteure, politisch oder personell Verantwortliche, Einrichtungsleitungen oder Referenten aus Bildungshäusern, Tagungsstätten, Verbänden, Ministerien, Hochschulen, Kirchen und Vereinen herzlich ein. Die Teilnahme ist kostenlos.
Anmeldung: info@hospitalhof.de

30. November 2016, Stuttgart:
„Treffpunkt Inklusion“

In den vergangenen Jahren förderte das Sozialministerium über 120 Projekte, die Inklusion und selbstbestimmtes Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderungen voranbringen. Beim „Treffpunkt Inklusion“ stellen sich nun einige vorbildliche Projekte auf einem „Marktplatz“ vor. Neben Fachvorträgen und Vorführungen gibt es kleines Kino ganz groß.
Anmeldungen sind ab sofort möglich. Die Teilnahme ist kostenlos. Info: http://www.treffpunkt-inklusion.de  




 
5
 
 ... das Beste zum Schluss

Interview-Buch lässt Menschen mit Down-Syndrom zu Wort kommen

In dem im Freiburger rap-Verlag erschienenen Interview-Buch „Wir leben mit Down-Syndrom“ berichten Menschen mit Trisomie 21 und ihre Angehörigen aus ihrem Alltag. Eltern sprechen vom ersten Schock der Diagnose und Berührungsängsten vieler Menschen, auf Behinderte zuzugehen. Gleichzeitig zeigen die Lebenswege, dass viele Erwachsene mit Down-Syndrom ein weitgehend selbstständiges Leben führen. „Statt über sie zu reden, sollten sie selbst ihre Sicht der Dinge darstellen“, betont Interviewerin Katharina Schäfer. Nach Schätzungen brechen neun von zehn Frauen die Schwangerschaft ab, wenn bei ihrem ungeborenen Kind Trisomie 21 diagnostiziert wird.
„Wir leben mit Down-Syndrom - Menschen mit Trisomie 21 und ihre Familien erzählen“, rap-Verlag Freiburg, 2016, 288 Seiten, 19,90 Euro, als E-Book 15,99 Euro
http://www.rap-verlag.de/buecher/downsyndrom.html 




 
 
   

Herausgegeben vom
Caritasverband der Diözese
Rottenburg-Stuttgart e. V.
Projekt "Leben ist angesagt"

Redaktion: Birgit Baumgärtner
Telefon: 0711 2633-1140
E-Mail: baumgaertner@caritas-dicvrs.de

Postfach 13 09 33, 70067 Stuttgart
Strombergstraße 11, 70188 Stuttgart
www.caritas-rottenburg-stuttgart.de

 
 
Wollen Sie diesen Newsletter in Zukunft nicht mehr erhalten, dann klicken Sie bitte hier !