Caritas-Newsletter
   

Newsletter Leben ist angesagt - Ausgabe Nr. 02/2016

 
 
    Inhalt
   
  1. In eigener Sache
  2. Neues aus der Diözese
  3. Fachliche Informationen
  4. Materialien
  5. Termine
  6. ... das Beste zum Schluss
 
 
 
 
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 In eigener Sache


Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

kürzlich stand es wieder in der Zeitung. In einem Bericht über einen Jungen mit Down-Syndrom war die Rede davon, dass er "ein Chromosom zu viel" habe.
Stimmt das? Oder könnte man auch sagen, dass er eins mehr hat?
Sprache prägt unser Denken. Begriffe und Redewendungen bewerten und beurteilen, lassen manche Informationen aus oder fassen sie einseitig. So kann Sprache behindern. Sie kann Barrieren aufbauen, die nicht weniger Wirkung haben als psychische Barrieren.
Der Welt-Down-Syndrom-Tag am 21. März ist ein guter Anlass, öffentlich dafür einzutreten: Menschen mit Down-Syndrom bereichern unser Leben und unsere Gesellschaft.
Ich wünsche Ihnen eine interessante und anregende (Frühjahrs-)Lektüre!

Herzlich,
Ihre
Birgit Baumgärtner



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 Neues aus der Diözese

Viel zu sagen zu wichtigen Themen
100 Menschen diskutieren auf dem Schönenberg über mehr Inklusion

Rund 100 Menschen besuchten am 30. Januar die „Zukunftswerkstatt – Inklusion leben und gestalten in Ellwangen“ der Stiftung Haus Lindenhof und Caritas in Ellwangen auf dem Schönenberg. Dabei wurden die Erfahrungen aus dem Projekt „Vielfalt (er)leben“ eingebracht und das lokale Netzwerk zu einer Plattform ausgebaut, die mehr für Menschen mit Behinderung erreichen kann.
In der Zukunftswerkstatt diskutierten die Teilnehmer – mit und ohne Behinderung, aus Kreis- und Stadtverwaltung, Behinderteneinrichtungen, Vereinen, Kirchen, Schulen, Gemeinderäten – über die Themen Wohnen, Arbeit, Bildung, Freizeit und Barrierefreiheit mit. Leider war die Zeit sehr straff.
Die dokumentierten Ergebnisse sollen in einen Antrag an die Aktion Mensch münden; ein dreijähriges Zukunftsprojekt ist geplant.




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 Fachliche Informationen

Triumph oder Tragödie?
Eingriff ins menschliche Erbgut wird unterschiedlich bewertet

Britische Forscher sprechen von einem "Triumph des Menschenverstandes": Ihr Land genehmigt erstmals Genveränderungen an Embryos. Deutsche Experten sind weniger euphorisch. Lesen Sie dazu einen interessanten Artikel von Kathrin Zinkant in der Süddeutschen Zeitung vom 2. Februar:
www.sueddeutsche.de/politik/gentechnik-erstmals-eingriffe-ins-menschliche-erbgut-erlaubt-1.2844242


Kirche bezieht Position
Rottenburger Bischof: Nein zu Genmanipulationen an Embryonen

Der Rottenburger Bischof Gebhard Fürst bezog in seiner Funktion als Vorsitzender der Unterkommission Bioethik der Deutschen Bischofskonferenz Position zum Thema Genmanipulationen, besonders vor dem Hintergrund der aktuellen Vorgänge in Großbritannien: www.dbk.de/nc/presse/details/?presseid=3038


Alle Neuerungen drin
Überregionale Arbeitsstelle Frühförderung überarbeitet Online-Infos

Die Überregionale Arbeitsstelle Frühförderung überarbeitete die Internetseite des Pädagogischen Bereichs zum Thema Frühe Hilfen – darunter auch die Vernetzung von sonderpädagogischer und medizinischer Frühförderung. Dabei sind auch die Neuerungen aus dem „Schulgesetz Inklusion“ berücksichtigt.
www.schule-bw.de/schularten/sonderschulen/fruehkindlich/


Neuer Bericht fördert Inklusion
Bundesforum Familie analysiert Wechselwirkungen auf Familienmitglieder

Von 2013 bis 2015 erarbeitete das Bundesforum Familie den Bericht „Familie ist Vielfalt: Inklusion leben, Teilhabe sichern“. Eltern und Kinder werden darin in ihrer Verschiedenheit akzeptiert, Einschränkungen und deren Wechselwirkung auf Familienmitglieder mit Behinderungen analysiert. Der Bericht zeigt auch Lösungsvorschläge für eine bessere Unterstützung der Familien und die dafür notwendigen Rahmenbedingungen auf.
Das Heft finden Sie unter http://bundesforum-familie.de/familie/wp-content/uploads/2015/12/BFF_2015_Familie_ist_Vielfalt_Inklusion_leben_Teilhabe_sichern.pdf  
Info: Das Bundesforum Familie ist ein Projekt der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Familienorganisationen und wird vom Bundesfamilienministerium gefördert. Über 120 Organisationen sind Mitglied.


Inklusion: Experten tauschen sich aus
Behindertenbeauftragte der Kreise kommen erstmals zusammen

Am 23. Februar trafen sich auf Einladung von Landesbehindertenbeauftragtem Gerd Weimer erstmals die Beauftragten der Kreise. Viele Kreise haben diese Aufgabe mit Hauptamtlichen besetzt. Was besprochen wurde, finden Sie unter
http://sozialministerium.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/erstes-treffen-der-behindertenbeauftragten-der-stadt-und-landkreise/


Hindernislaufen für Eltern
SWR Landesschau berichtet über schwierige Versorgung mit Hilfsmitteln

Viele Familien mit einem behinderten Kind haben große Schwierigkeiten, notwendige Hilfsmittel für ihr Kind mit Behinderung zu erhalten. Anfang Februar berichtete die SWR-Landesschau über Emil und seine Familie aus Stuttgart. Den Beitrag „Eltern in Not“ finden Sie in der SWR-Mediathek unter
http://swrmediathek.de/player.htm?show=bc57d8c0-caa0-11e5-bccf-0026b975e0ea  
Tipp: Infos zur Beantragung von Hilfsmitteln enthält der Wegweiser „Kommunikation bei Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen“.
www.lv-koerperbehinderte-bw.de/pdf/Infofolder_Kommunikation_Web.pdf


Wählen gehen – und zwar alle!
Land gibt Broschüre in leichter Sprache zur Landtagswahl 2016 heraus

Zur Landtagswahl am 13. März hat das Land Baden-Württemberg gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung und der Lebenshilfe Baden-Württemberg die Informationsbroschüre „Einfach wählen gehen!“ herausgegeben. Das 30-seitige Heft informiert über den Landtag, die Parteien, die Bedeutung und den Ablauf der Wahlen in leicht verständlicher Form. Es enthält Hinweise zum Ablauf im Wahllokal, zum Wählen per Brief und ein Verzeichnis schwieriger Wörter.
Die Broschüre gibt’s – auch in größeren Mengen – kostenlos bei der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (0711 1640990 oder online).
www.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-sm/intern/downloads/Downloads_Ministerium/Broschuere-Leichte-Sprache_Einfach-waehlen-gehen_2016.pdf


Nervt die Steuererklärung?
Verband hat Merkblatt für Eltern aktualisiert

Eltern behinderter Kinder können aufatmen: Auch in diesem Jahr hat der Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen sein Steuermerkblatt für sie aktualisiert. www.bvkm.de/fileadmin/web_data/pdf/Rechtsratgeber/Steuermerkblatt_2015___2016online.pdf


Besuchen Sie inklusive Schulen!
Deutscher Caritasverband fördert Hospitationen an katholischen Schulen

Katholische Schulen – Regel- und Förderschulen – entwickeln sich bereits zu Schulen mit inklusionsorientiertem Unterricht. Lehrer anderer Schulen können dort gern Hospitationen von bis zu fünf Tagen machen. Dabei gibt es Gelegenheit zur Selbstreflexion und zum regen Austausch, wie sich Schulen inklusiv entwickeln können. Der Deutsche Caritasverband unterstützt mit Förderung von Aktion Mensch Reise- und Unterbringungskosten für 66 Hospitationen finanziell.
www.caritas.de/fuerprofis/fachthemen/bildung-inklusion/inklusiver-unterricht/inklusiver-unterricht


Mehr Rechte für Lehrer
Ab 2016 können Sonderpädagogen an öffentlichen Schulen unterrichten

In seiner letzten Plenarsitzung stimmte der Stuttgarter Landtag am 18. Februar einer Änderung des Schulgesetzes zu und schloss damit eine Lücke des „Inklusionsschulgesetzes“ vom Sommer 2015. Ab dem Schuljahr 2016/2017 können auch Sonderpädagogen der Sonderpädagogischen Bildungs - und Beratungszentren (SBBZ) in freier Trägerschaft Kinder mit Behinderungen an allgemeinen öffentlichen Schulen unterrichten. Den SBBZ in freier Trägerschaft werden die dafür anfallenden Kosten erstattet. Verfolgen Sie die Debatte in der Mediathek des Landtags: www.landtag-bw.de/cms/home/mediathek/videos.html
(TOP 3 beginnt bei 2.03 Stunden)
Den Gesetzentwurf finden Sie unter www.landtag-bw.de/files/live/sites/LTBW/files/dokumente/WP15/Drucksachen/7000/15_7957_D.pdf, die Beschlussempfehlung des Schulausschusses unter www.landtag-bw.de/files/live/sites/LTBW/files/dokumente/WP15/Drucksachen/8000/15_8023_D.pdf


Wie weit ist das Ländle mit der Inklusion?
Bildungs-Experten checken die bisherigen Fortschritte der Landesregierung

Am 13. November ließ die Friedrich-Ebert-Stiftung in Mannheim Praktiker aus dem Bereich inklusive Bildung zeigen, wie Inklusion gelingen kann. Wie bewerten sie den Stand der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Baden-Württemberg? Wie schätzen Politiker, Eltern und Lehrer das ein, was das Land bislang initiiert hat? Was sind die nächsten Schritte? Klar ist: Baden-Württemberg will das Bildungssystem inklusiv gestalten.
Dokumentation unter http://library.fes.de/pdf-files/studienfoerderung/12313.pdf


Machen Sie sich stark!
Zum Aktionstag am 5. Mai stellt die Aktion Mensch Ideen und Material bereit

Der 5. Mai ist europäischer Protesttag, an dem Menschen mit Behinderung für ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft protestieren – 2016 unter dem Motto „Einfach für alle – Gemeinsam für eine barrierefreie Stadt“.
Vorschlag: Nutzen Sie dieses Motto, um gemeinsam mit Selbsthilfegruppen Aktionen zu gestalten. Gewinnen Sie die Menschen vor Ort, sich für Rahmenbedingungen für inklusive Bildung sowie eine inklusionsorientierte Schulentwicklung stark zu machen.
Aktionsideen und Bestellmöglichkeiten unter www.aktion-mensch.de/5mai  




 
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 Materialien

Unser Lese-Tipp:
Inklusion mit Liebe – nur eine gewagte Beziehung?

Warum heiratet ein junger Mann eine Frau im Rollstuhl? Können blinde Menschen gute Eltern sein? Lassen sich tiefe Gespräche führen, wenn der andere kaum ein Wort hervorbringt? Und gibt es sie wirklich, die Liebe eines bildhübschen Mädchens zu einem, der aussieht wie ein Vampir?
Menschen mit Behinderung müssten sich Hochzeit, Kinder und solche Flausen aus dem Kopf schlagen, meinen viele. Holm Schneider, Professor für Kinderheilkunde an der Uni Erlangen, erzählt von Menschen mit unterschiedlichen Handicaps, die ihren Wunsch nach der eigenen Familie trotzdem verwirklicht haben.
Holm Schneider: Gewagte Beziehungen. Neufeld Verlag, Schwarzenfeld 2016, 115 S., 14,90 Euro
www.neufeld-verlag.de/de/catalog/product/view/id/230/s/gewagte-beziehungen/category/9/  




 
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 Termine

9. April 2016, Heidelberg:
Fachtagung: Wie geht Schulabschluss mit Down-Syndrom?

Das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung ist eine gesellschaftlich notwendige Entscheidung. Die Hamburger Psychologin Dr. Christel Manske will diesen Ansatz weiterführen. In ihrem Institut werden Unterrichtsbedingungen erforscht, die Kindern mit Lernbehinderungen unbekannter Genese und Kindern mit Trisomie 21 einen Schulabschluss ermöglichen sollen. www.lag-bw.de/PDF2016/Ausschreibung%20Fachtagung%20HP%202015.pdf

13. April 2016, Friedrichshafen:
Fachtagung: „Einander verstehen lernen“

Verstehen und verstanden werden – das sind entscheidende Faktoren für eine gelingende Teilhabe. Die St. Gallus-Hilfe für behinderte Menschen lädt am 13. April nach Friedrichshafen zur Fachtagung „Einander verstehen lernen: Wege der Unterstützten Kommunikation – für Menschen mit Autismus und herausforderndem Verhalten“. Referent ist Claudio Castaneda.
www.st.gallus-hilfe.de/termin/news/10073/browse/0/return/5186/mode/1/index.html

3. Juni 2016, Stuttgart:
8. Bundeskongress der katholischen Schulen

Auf dem Bundeskongress können Sie in vielen Arbeitsgruppen miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsam Perspektiven für die Weiterentwicklung der katholischen Schulen entwickeln. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Thema „Katholische Schulen: Orte des Dialogs und der menschlichen Gemeinschaft in Vielfalt“. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, wird zum Thema „Erziehung und Bildung im Geist der Frohen Botschaft an katholischen Schulen“ einen Impuls geben. 




 
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 ... das Beste zum Schluss

TV-Tipp:
Doku „Wirklich beste Freunde – eine Clique fürs Leben“

Am 2. Februar lief im ZDF in der Reihe „37 Grad“ die Dokumentation „Wirklich beste Freunde – eine Clique fürs Leben“. Der inzwischen 27jährige Niko ist durch eine Muskelerkrankung nahezu bewegungslos geworden und ständig auf Assistenz angewiesen. Der Film zeigt, wie seine Freunde aus der Schulzeit zusammen mit ihm eine Clique fürs Leben wurde, wie sie den Alltag bewältigen und gemeinsam unterwegs sind. Sie finden den sehenswerten Film in der ZDF-Mediathek unter: www.zdf.de/ZDF/zdfportal/programdata/4c838ba6-ed58-3a59-b347-4a973ae03531/05f04c21-8ab7-4f49-960d-0ef7cd09d199?generateCanonicalUrl=true


Buch-Tipp:
Jörg Stroisch / Thomas Garthe: „Barrierefrei bauen und altersgerecht modernisieren“

Im Haufe-Verlag erschien im Januar ein Buch mit vielen praktischen Tipps, wie barrierefreies Bauen gelingt, vor allem bei Wohnungsanpassungen. Darüber hinaus enthält das Buch viele Arbeitshilfen und Checklisten. Es richtet sich an Mieter und Vermieter, die Wohnraum und Garten so anpassen wollen, dass man auch mit einer Einschränkung weiterhin in den „eigenen vier Wänden“ leben kann. Mehr zum Buch (ISBN 978-3-648-06904-2, auch als EPUB und EPDF erhältlich) unter
http://shop.haufe.de/immobilien/barrierefrei-bauen-und-altersgerecht-modernisieren  




 
 
   

Herausgegeben vom
Caritasverband der Diözese
Rottenburg-Stuttgart e. V.
Projekt "Leben ist angesagt"

Redaktion: Birgit Baumgärtner
Telefon: 0711 2633-1140
E-Mail: baumgaertner@caritas-dicvrs.de

Postfach 13 09 33, 70067 Stuttgart
Strombergstraße 11, 70188 Stuttgart
www.caritas-rottenburg-stuttgart.de

 
 
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