Caritas-Newsletter
   

Newsletter Leben ist angesagt Ausgabe Nr. 2/2014

 
 
    Inhalt
   
  1. In eigener Sache
  2. Neues aus der Diözese
  3. Fachliche Informationen
  4. Materialien
  5. Termine
  6. ... das Beste zum Schluss
 
 
 
 
1
 
 In eigener Sache

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

in diesem Monat habe ich etwas besonders Interessantes für Sie. Der 21. März ist seit einigen Jahren weltweit der Down-Syndrom-Tag (Trisomie 21, das passt perfekt zum 21.3.). Viele Elterngruppen und Initiativen nutzten diesen Tag, um in ihrer Region für Vielfalt zu werben und dafür, dass Menschen mit Down-Syndrom unser Leben und unsere Gesellschaft bereichern.
Allein diese Meldung verspricht schon einen spannende Lektüre, meint
Ihre
Birgit Baumgärtner



 
2
 
 Neues aus der Diözese

Inklusion und Kirchengemeinde – Stiftung fördert massiv

Die Veronika-Stiftung unterstützt das Projekt „Vielfalt (er)leben“ in Ellwangen mit sage und schreibe 40.000 Euro. Die Ellwanger Gesamtkirchengemeinde knüpft mit diesem Projekt an den „Inklusions-Check“ an, den sie im vergangenen Jahr durchgeführt hatte. Dabei wurde der Zugang von Menschen mit Behinderungen zum Leben von Kirchengemeinden untersucht.


Geschwister von Kindern mit Behinderung – aus dem Schatten ins Licht

Oft müssen Geschwister von Kindern mit Behinderung zurückstecken. Doch bei abwechslungsreichen, kreativen freizeit- und erlebnispädagogischen Angeboten der St. Elisabethstiftung und der St. Fidelis gGmbH in Heudorf stehen sie im Mittelpunkt. Auch die Biberacher Stiftung „Kinder in Not“ unterstützt das Projekt. Flyer und Programm unter
http://www.st-elisabeth-stiftung.de/kinder-jugend-familie/wohnen-und-begleiten-ingerkingen/geschwisterzeit.html  




Link zur Website

 
3
 
 Fachliche Informationen

Chancen auf Leben zu 90 Prozent ungenutzt

Frauen entscheiden sich immer später für ein Kind – und das soll dann perfekt sein. Babys mit schweren Erbgutstörungen oder Organfehlbildungen haben heute zwar bessere Lebenschancen als je zuvor, doch nur noch selten erhalten sie diese Chance aufs Überleben. 90 Prozent der Mütter brechen die Schwangerschaft ab.
http://hd.welt.de/ausgabe_a/wissen/article138182277/Der-Fetozid-mit-der-Spritze-ins-Herz.html


Umstrittener Bluttest schon bald Kassenleistung?

In Deutschland soll ein Beratungsverfahren für eine Erprobungsrichtlinie für den Bluttest eingeleitet werden. Jetzt stellten 150 Bundestagsabgeordnete eine interfraktionelle Kleine Anfrage an die Bundesregierung. Sie fürchten, dass bei einer Massenanwendung "diejenigen in Erklärungsnot geraten, die sich gegen einen Test entscheiden". Damit könnten sich Eltern behinderter Kinder sowie die Betroffenen selbst unter Druck gesetzt fühlen. Sollten die Nützlichkeit des Tests positiv bewertet werden, könnten sie in den Leistungskatalog der Krankenversicherung aufgenommen werden.
https://bundestag.de/presse/hib/2015_03/-/367462

Diakonie: Genetischer Bluttest nicht als Kassenleistung

Die Diakonie Württemberg warnt davor, den genetischen Bluttest auf Trisomie 21 als Regelleistung in die Schwangerenvorsorge aufzunehmen. Sie befürchtet eine vorgeburtliche Reihenuntersuchung. Dies stünde in grundsätzlichem Widerspruch zur Forderung nach Inklusion.
http://www.diakonie-wuerttemberg.de/index.php?id=111&no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=1146


Neues Schulgesetz soll Sonderschulpflicht abschaffen

Das von der Landesregierung geplante Schulgesetz soll die Sonderschulpflicht abschaffen, sodass Eltern behinderter Kinder zwischen Sonderschule und allgemeiner Schule wählen können, nicht aber die Schulart und den Schulstandort. Die geeignete Schule soll in einer so genannten Bildungswegekonferenz gefunden, Inklusion als gruppenbezogene Lösung umgesetzt werden. Die letzte Entscheidung liegt beim Staatlichen Schulamt.
Pressemitteilung und Interviews mit Ministerpräsident Kretschmann und Kultusminister Stoch unter http://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/gemeinsam-unbehindert-lernen/
Pressemitteilung von Finanzminister Schmid und Kultusminister Stoch über die Finanzierung unter
http://mfw.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse-und-oeffentlichkeitsarbeit/pressemitteilung/pid/land-und-kommunale-spitzenverbaende-einigen-sich-zu-den-finanziellen-auswirkungen-der-schulischen-in/  


Kultusminister Stoch zur schulischen Inklusion

45 Minuten lang chattete Kultusminister Andreas bei einem offenen Chat im Internet mit Interessierten über schulische Inklusion. Stoch erklärte, Land und Kommunen würden die entsprechenden Voraussetzungen für eine Beschulung von Kindern mit komplexem Hilfebedarf schaffen. Das Schulgesetz unterscheide nicht zwischen Kindern mit hohem oder geringem Unterstützungsbedarf.
https://beteiligungsportal.baden-wuerttemberg.de/de/mitmachen/chat-zur-inklusion/


Fortbildung für Lehrer: Wie klappt inklusiver Unterricht?

Im DCV-Projekt „Inklusiver Unterricht“ machen sich elf Förder- und Regelschulen der Primar- und Sekundarstufe I aus sechs Bundesländern auf den Weg zur inklusionsorientierten Schul- und Unterrichtsentwicklung. Der DCV begleitet sie mit Moderation, Vernetzung und Fortbildung. Dazu gehört auch eine Fortbildung für Lehrer in gemeinsamem Lernen von Kindern und Jugendlichen mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf. Da die Fortbildung bereits ausgebucht ist, können sich Interessenten direkt an den Organisator Frank Pinner vom Deutschen Caritasverband wenden: 0761 200-623, frank.pinner@caritas.de.


Kritik an Deutschland: Behindertenrechts-Konvention zu wenig umgesetzt

Das Deutsche Institut für Menschenrechte stellte im März in seinem so genannten Parallelbericht an den UN-Fachausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen fest, Deutschland habe von 2009 bis 2015 bei weitem nicht alles Notwendige und Mögliche unternommen, um die UN-Behindertenrechts-Konvention umzusetzen. Lesen Sie den Parallelbericht unter http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/fileadmin/user_upload/PDF-Dateien/Sonstiges/Parallelbericht_an_den_UN-Fachausschuss_fuer_die_Rechte_von_Menschen_mit_Behinderungen_Maerz_2015.pdf
Bereits am 7. März berichtet die „Tagesschau“: http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-67763.html


Sparzwang: Keine ausreichende Versorgung mit Inkontinenzmitteln?

Am 19. März berichtete das SWR-Fernsehen in der Sendung „Zur Sache Baden-Württemberg!“ über die Schwierigkeiten bei der ausreichenden Versorgung mit Inkontinenzhilfen und der Verordnung von Rollstühlen. Die Krankenkasse äußerte sich gegenüber dem SWR nicht. Den Fernsehbetrag (7:33 Minuten) unter
http://www.swr.de/zur-sache-baden-wuerttemberg/sparzwang/-/id=3477354/did=15252274/nid=13831240/1emr7me/index.html
Der Selbsthilfeverband Inkontinenz e. V. will das Problem politisch angehen. Dazu rief er eine Online-Petition ins Leben, die an Karl-Josef Laumann (CDU), Patienten- und Pflegebeauftragte der Bundesregierung, adressiert ist. Der Selbsthilfeverband Inkontinenz e. V. sagte im „Spiegel“: „Es kann nicht sein, dass etwa aus wirtschaftlichen Gründen die Bedürfnisse und Schamgefühle der Betroffenen missachtet werden.“ Langsam wächst auch der politische Widerstand gegen diese Politik der Krankenversicherungen, die Patienten zu Bittstellern degradiert.
Unterzeichnen Sie die Petition unter
https://www.openpetition.de/petition/online/bedarfsgerechte-versorgung-mit-inkontinenzhilfen-ohne-aufzahlung-sicherstellen  


Thema Behinderung in den Medien

Wie viel Behinderung verträgt das deutsche Fernsehen?

Mit dieser Frage beschäftigte sich eine Veranstaltung am 17. März beim Sender RTL in Köln, organisiert von der Behinderten-Beauftragten der Bundesregierung und der Grimme-Akademie. Die Kurzdoku finden Sie unter: https://www.youtube.com/watch?v=EVC0OZJ1xeE


Wie groß ist der Druck, ein gesundes Kind zu gebären?

Am 2. März ging es in der Reihe „Anstöße“ auf SWR 1 und 4 um die Entwicklungen im Bereich Pränataldiagnostik und um den zunehmenden gesellschaftlichen Druck, ein gesundes Kind zur Welt zu bringen. Den Radiobeitrag finden Sie unter http://swrmediathek.de/player.htm?show=c6488c10-c099-11e4-9ba1-0026b975f2e6


Lese-Tipp: Leben mit einem autistischen Kind

Olaf Schäfer berichtet in ZEIT online, wie er mit seinem Kind lebt. „Meine Tochter ist Autistin. Wahrscheinlich hätte ich sie nie kennengelernt, wenn wir vor der Geburt davon gewusst hätten. Das Durchhalten so vieler Krisen war richtig.“
http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2015-03/autismus-alleinerziehend-vater-praenataldiagnostik-debatte


Wie geht das Leben mit Schädel-Hirn-Trauma?

Durch ein Schädel-Hirn-Trauma ändert sich alles – für den Betroffenen und seine ganze Familie. Claudia Müller-Eising ringt auch zehn Jahre nach dem Unfall ihrer Tochter Hannah um Normalität. "Es gibt sicherlich Situationen, wo man kurz hadert oder denkt, es wäre jetzt einfacher, wenn es anders wäre – aber wir hatten auch viele gute und lustige Situationen als Familie mit Hannah und viel Spaß", so die Bilanz ihrer Schwester Julia. Die beeindruckenden 30 Minuten finden Sie unter:
http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=49578


Leidmedien.de: Was Journalisten noch lernen können

Medien schaffen Wirklichkeit. Journalisten wissen das und bedienen sich dennoch häufig einseitiger Sprachbilder, Floskeln und Klischees. Bei Formulierungen wie „an den Rollstuhl gefesselt“ oder „leidet an“ entstehen negative Bilder, die das Bild behinderter Menschen prägen, die oft einseitig dargestellt werden.
Auf der neuen Internet-Seite finden Journalisten, die über Menschen mit Behinderungen berichten, Tipps von behinderten und nicht behinderten Medienschaffenden.
www.leidmedien.de
 



 
4
 
 Materialien

Wie geht denn Inklusion in Pfarrgemeinden?

Pfarrgemeinden und Inklusion – wie das geht, zeigt die Broschüre "INKLUSION! ILLUSION? Impulse für eine einladende Gemeinde" vom Diözesanrat der Katholiken der Erzdiözese München und Freising. Ob Rampen am Kircheneingang oder Gesangsbücher in Braille: Pfarrgemeinden haben viele Chancen, Menschen mit Behinderung mehr Zugang zu verschaffen.
Die Broschüre gibt’s kostenlos als PDF unter
http://www.erzbistum-muenchen.de/Dioezesanrat/Page038760.aspx


Wie geht denn Inklusion in außerschulischenr Kinder- und Jugendarbeit?

Der Beitrag „Auftrag Inklusion – Perspektiven für eine Offenheit in der Kinder- und Jugendarbeit“ der Aktion Mensch stellt die Ergebnisse der Fachtagung „Auftrag Inklusion“ 2013 vor. Darin: inhaltliche Grundlagen, Diskussionsansätze, Tipps und viel positive Projektbeispiele. Interessant für pädagogische Fachkräfte im außerschulischen Bereich der Kinder- und Jugendarbeit, z. B. in der Gemeindearbeit, in Vereinen oder bei Kinder- und Jugendfreizeiten. Download unter
https://www.aktion-mensch.de/themen-informieren-und-diskutieren/bildung/bildungsservice/materialsammlung/detail?id=69  




 
5
 
 Termine

24. April, Glasperlenspiel, 18.30 Uhr, Asperg
LIEBE ist ...

Die Theatergruppe FAST NORMAL und der Chor des TREFFPUNKT, einer Einrichtung der Stuttgarter Caritas (Regie: Sandra Hehrlein) gestalten hingebungsvoll mit Theater und Gesang einen liebevollen Abend.
Glasperlenspiel in Asperg, Kelterstraße 5; Tickets für 8 Euro/ 6 Euro unter 07141 63491




 
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 ... das Beste zum Schluss

Unser Filmtipp
„Sophie – Ein göttliches Geschenk“ Leben mit dem Down-Syndrom
26. April, 17.30 Uhr, ARD, Reihe „Gott und die Welt“

Im Kreißsaal erhielt Sylvia Kowalik vor zehn Jahren die Diagnose „Down-Syndrom“ – und war entsetzt. Sprach von der „Strafe Gottes“. Heute sagt sie: „Sophie war ein göttliches Geschenk.“ Das fröhliche und herzliche Kind hat den Blick ihrer Mutter aufs Leben verändert. Und Sophie hat auch viele andere von ihren Vorurteilen gegenüber Behinderten kuriert. Inzwischen besucht sie eine ganz normale dritte Klasse in einer Freien Evangelischen Schule. Und da steht sie nicht im Abseits, sondern mitten im Leben. Denn Downsyndrom-Kinder sind ausgesprochen lernfähig, wenn man ihnen die Chance gibt, sich zu entfalten.
http://agdok.de/de_DE/movies_detail/31497/movies


Unser Buchtipp
„Wunder“ von Raquel J. Palacio – ein Spiegel-Bestseller

Durch einen Gendefekt ist das Gesicht des zehnjährigen August stark entstellt. Er wurde seit seiner Geburt schon oft operiert. Eine Schule hat er nie besucht. Obwohl er es gewöhnt ist, angestarrt zu werden, zittert er schon vor der fünften Klasse, in die er nun kommt. Sein sehnlichster Wunsch: nicht auffallen. Doch das ist gar nicht so leicht, wenn man so witzig, klug und großzügig ist wie August.
Ein wunderbares Buch über die Liebe der ganzen Familie inklusive Hund Daisy zu ihrem Jungen und dem gemeinsamen „Spurenlegen“, ein selbständiges Leben (mit Behinderung) leben zu können. Geschichte und Erzählweise fesseln, die ausgesprochen empathische Einstellung der Autorin macht das Buch so ansprechend und die Geschichte so berührend.
Der Spiegel-Bestseller ist ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis und jetzt auch als Taschenbuch erhältlich.
http://www.hanser-literaturverlage.de/buch/wunder/978-3-446-24175-6/  




 
 
   

Herausgegeben vom
Caritasverband der Diözese
Rottenburg-Stuttgart e. V.
Projekt "Leben ist angesagt"

Redaktion: Birgit Baumgärtner
Telefon: 0711 2633-1140
E-Mail: baumgaertner@caritas-dicvrs.de

Postfach 13 09 33, 70067 Stuttgart
Strombergstraße 11, 70188 Stuttgart
www.caritas-rottenburg-stuttgart.de

 
 
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