Newsletter 2/2024 im Projekt "Demokratie in Kinderschuhen. Mitbestimmung und Vielfalt in katholischen Kitas"

Liebe Leser*innen,
liebe Interessierte am Projekt „Demokratie in Kinderschuhen“,

der zweite Newsletter dieses Jahres erreicht Sie wenige Tage vor der Programmkonferenz im Bundesprogramm „Demokratie leben!“. Wir sind gespannt, ob die Veranstaltung die Erwartung erfüllt, Perspektiven für die Zeit nach dem Ende der auslaufenden Förderperiode des Bundesprogramms zu geben.

Wie gewohnt bieten wir Ihnen heute neben Neuigkeiten aus dem Projekt wieder eine Zusammenstellung von interessanten Veranstaltungshinweisen. In den Fachinformationen beschäftigen wir uns diesmal mit der Entwicklung der Personalsituation im Kita-Bereich. Abgerundet wird der Newsletter wie üblich mit Anregungen für Praxis-Material.

Ältere Ausgaben des Newsletters finden Sie im Archiv. Rückmeldungen und Themenvorschläge für kommende Ausgaben nehmen wir gerne per E-Mail an jan.becht@caritas.de entgegen.

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre!

Ihr Projektteam
Jan Becht, Simone Haaf & Eva Konstanzer

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Liebe Leser*innen,
liebe Interessierte am Projekt „Demokratie in Kinderschuhen“,

der zweite Newsletter dieses Jahres erreicht Sie wenige Tage vor der Programmkonferenz im Bundesprogramm „Demokratie leben!“. Wir sind gespannt, ob die Veranstaltung die Erwartung erfüllt, Perspektiven für die Zeit nach dem Ende der auslaufenden Förderperiode des Bundesprogramms zu geben.

Wie gewohnt bieten wir Ihnen heute neben Neuigkeiten aus dem Projekt wieder eine Zusammenstellung von interessanten Veranstaltungshinweisen. In den Fachinformationen beschäftigen wir uns diesmal mit der Entwicklung der Personalsituation im Kita-Bereich. Abgerundet wird der Newsletter wie üblich mit Anregungen für Praxis-Material.

Ältere Ausgaben des Newsletters finden Sie im Archiv. Rückmeldungen und Themenvorschläge für kommende Ausgaben nehmen wir gerne per E-Mail an jan.becht@caritas.de entgegen.

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre!

Ihr Projektteam
Jan Becht, Simone Haaf & Eva Konstanzer



Inhalt

  1. Informationen aus dem Projekt
  2. Veranstaltungshinweise
  3. Fachinformationen
  4. Material für die Praxis

Informationen aus dem Projekt

KTK-Bundesverband veröffentlicht Bekenntnis zu Demokratie und Vielfalt und setzt sich für Demokratiefördergesetz ein
Die erfreulich große Beteiligung bei den Demonstrationen für Demokratie und Vielfalt zu Beginn des Jahres hat ein starkes Signal für das Engagement in diesem Bereich gesendet. Angesichts der zugespitzten politischen Debatte rund um den Zuspruch zu rechtsextremen Positionen hat der KTK-Bundesverband ein Bekenntnis für Demokratie und Vielfalt veröffentlicht. Über das Projekt „Demokratie in Kinderschuhen - Mitbestimmung und Vielfalt in katholischen Kitas“ unterstützt der Verband seit mehreren Jahren die Demokratieförderung in der frühkindlichen Bildung mit dem Ziel, eine demokratische und inklusive Kultur des Miteinanders in katholischen Kitas zu gestalten. In dem Bekenntnis wird klar formuliert, dass Demokratie und Inklusion unverzichtbare Werte im täglichen Handeln für katholische Kindertageseinrichtungen sind. Jedes Kind soll dort gleichermaßen willkommen sein und sich frei entfalten. 
Im selben Kontext hat sich der KTK-Bundesverband gemeinsam mit dem Deutschen Caritasverband in einer Pressemitteilung unter dem Titel „Demokratieförderung beginnt im Sandkasten“ zum möglichen Stopp des Demokratiefördergesetzes im Bundestag geäußert. Neben der Forderung, das geplante Gesetz nicht an Widerständen innerhalb der Regierungsparteien scheitern zu lassen, wird darin auf die Folgen für die Demokratieförderung im frühkindlichen Bereich hingewiesen. Außerdem wird deutlich gemacht, warum es für das zivilgesellschaftliche Engagement zur Demokratieförderung eine verlässliche strukturelle Förderung braucht. 

Programmkonferenz „Demokratie leben!“
Mit dem Jahr 2024 endet die aktuelle Förderperiode des Bundesprogramms „Demokratie leben!“. Die Programmkonferenz am 18. und 19. März 2024 in Berlin hat daher eine besondere Funktion. Sie dient einerseits dazu, Akteur*innen innerhalb des Bundesprogramms zusammenzubringen und das vielseitige Engagement für eine demokratische und vielfältige Gesellschaft sichtbar zu machen. Darüber hinaus wird ein Ausblick erwartet, wie es in den kommenden Jahren weitergehen wird. Der erste Tag steht dabei unter dem Zeichen des Austauschs zur Arbeit in der auslaufenden Förderperiode. Auch das AGJ-Begleitprojekt Demokratie und Vielfalt in der Kindertagesbetreuung und die Einzelprojekte der Wohlfahrtsverbände sind mit einem Stand beim Markt der Demokratie vertreten – die Referent*innen freuen sich über Ihren Besuch vor Ort! Große Erwartungen verbinden sich dann mit dem Auftritt von Bundesfamilienministerin Lisa Paus am zweiten Tag der Konferenz, in dessen Rahmen konkrete Informationen zur Fortsetzung des Bundesprogramms nach 2024 erwartet werden. Über mögliche Perspektiven, die daraus hervorgehen, informieren wir Sie gerne im kommenden Newsletter.



Veranstaltungshinweise

19.03.2024: Webinar: Psychische Grundbedürfnisse von inter* Kindern und Jugendlichen 
Was brauchen intergeschlechtlich geborene Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung und Erziehung zu einer selbstbestimmten, eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit? In dem Webinar wird das Modell der psychischen Grundbedürfnisse des Psychotherapieforschers Klaus Grawe vorgestellt, welches ganz praktische Antworten auf diese Frage liefert. Dabei wird immer wieder ein Bezug zur Lebenssituation von intergeschlechtlichen Kindern und Jugendlichen hergestellt. 
Wann: 19.03.2024  
Wo: Online 
Anbieter: Selbst.verständlich Vielfalt – Kompetenznetzwerk zum Abbau von Homosexuellen- und Trans*feindlichkeit  
Zielgruppe: Pädagogische Fach- und Leitungskräfte, Multiplikator*innen im Bereich frühkindliche Bildung 
Hier geht es zu weiteren Informationen. 

19.03.-17.09.2024: Digitale Lern-Reise "Partizipation im Alltag" 
Der Online-Kurs besteht aus vier Treffen und drei zwischengeschalteten Selbstlernphasen. Er beleuchtet den Alltag der Kindertagesbetreuung unter der Voraussetzung, dass Kinder ein Recht haben, sich an allen Dingen zu beteiligen, die sie und ihre Gruppe betreffen. Die Teilnehmenden bearbeiten fünf Fokusthemen wie z.B. was Partizipation konkret bedeutet oder welche Grenzen sie hat. In den anschließenden Selbstevaluations-Phasen werden 13 Alltagsthemen der Kindertagesbetreuung wie Körperpflege, Bekleidung, Kinderrechte oder Regeln und Regelverstöße zur Reflexion angeboten. 
Wann: 19.03.-17.09.2024 
Wo: Online 
Kosten: keine 
Anbieter: Der Paritätische  
Zielgruppe: Fachkräfte der Kindertagesbetreuung und Kindertagespflegepersonen sowie Fachberater:innen bzw. Fort- und Weiterbilder:innen der frühkindlichen Bildung 
Hier geht es zu weiteren Informationen. 
 
12.04.2024: Dialogforum: Über Armut sprechen – über Armut singen 
Das Forum lädt ein zum Gespräch und musikalischen Einlagen mit der Liedermacherin Laura Braun und dem Kindheitspädagogen Jonas Vogelbacher. In ihrem Lied „Nullsummenspiel“ beschreiben sie das eigene Aufwachsen in unterschiedlichen Armutslagen: die Wut, die Verzweiflung, die Einsamkeit und die Familienverantwortung, die sie schon früh übernommen haben. Das Dialogforum bietet einen offenen und wertschätzenden Austausch zum Umgang mit Armut. Konkrete Situationen und Fragestellungen, die herausfordernd oder verunsichernd sind, können im kollegialen, moderierten Austausch gemeinsam und nach Lösungen suchend reflektiert werden.  
Wann: 12.04.2024  
Wo: Online 
Kosten: keine 
Anmeldung unter: kinderarmut@lvr.de 
Anmeldeschluss: 10.04.2024 
Anbieter: Chancenwerkstatt für Vielfalt und Teilhabe Integrationsagentur AWO Mittelrhein und LVR-Koordinationsstelle Kinderarmut 
Zielgruppe: Mitarbeiter*innen pädagogischer Einrichtungen, ehrenamtlich Engagierte zum Thema „Kinderarmut in Deutschland“ 

17.-21.06.2024: 13. Baustelle Inklusion: “Entweder sind alle normal oder niemand!” Diskriminierungskritische Perspektiven auf Inklusion und Ableismus in Kita und Grundschule 
Im Rahmen dieser Baustelle soll Bilanz über die Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen in Deutschland gezogen werden: Was wurde nach 15 Jahren UN-BRK erreicht? Was konnte der Ansatz der Vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung beitragen? Wo sind Versäumnisse, Leerstellen und Zukunftsideen? Ableismus wird ein Schwerpunkt sein: Was ist damit gemeint? Wie kann Ableismus in den pädagogischen Einrichtungen zum Thema gemacht werden? Welche positiven Beispiele gibt es? 
Wann: 17.06.2024 Präsenz in Berlin / 18.-21.06.2024 online  
Kosten: 40-100 Euro Präsenz / ab 50 Euro online 
Anmeldeschluss: 30.04.2024 
Anbieter: Fachstelle Kinderwelten / Institut für den Situationsansatz  
Zielgruppe: Päd. Fachkräfte, Fachberater*innen, Interessierte aus dem pädagogischen Arbeitsfeld für Kinder von 5–10 Jahren
Hier geht es zu weiteren Informationen. 

21.06.2024: Fachtag "Demokratie lernen – Den Kita-Alltag mit und für ALLE partizipativ gestalten" 
Im Rahmen des Fachtags wird der Frage nachgegangen, wie Partizipation in der Kita gelingen kann. Dabei werden verschiedene Aspekte der Beteiligung wie Gewaltfreie Kommunikation, Partizipation mit Kindern unter drei Jahren und kultursensible Elternarbeit thematisiert. So werden nach und nach alle Bereiche des Kita-Alltags unter die Lupe genommen und auf Partizipationsmöglichkeiten hin untersucht. 
Wann: 21.06.2024 
Wo: Haus Neuland, Bielefeld  
Kosten: 40 Euro  
Anbieter: Bildungszentrum Haus Neuland  
Hier geht es zu weiteren Informationen und zur Anmeldung.



Fachinformationen

Anstieg beim Personal und Verbesserung beim Personal-Kind-Schlüssel im Kita-Bereich 
Aktuelle Zahlen des Bundesfamilienministeriums und des Statistischen Bundesamts weisen trotz der herausfordernden Situation vielerorts auf positive Trends bei der Personalentwicklung im Kita-Bereich hin. Laut dem vierten Monitoringbericht des Bundesfamilienministeriums zum KiTa- Qualitäts- und -Teilhabeverbesserungsgesetz für das Jahr 2022 haben sich sowohl Personal-Kind-Schlüssel als auch die Zahl des pädagogischen Personals positiv entwickelt. Der Bericht für die rund 60.000 Kindertageseinrichtungen in Deutschland weist darauf hin, dass die Personal-Kind-Schlüssel bundesweit für Kinder im Alter von unter drei Jahren in 2022 bei 1:4,0 und für Kinder im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt bei 1:7,8 lagen. Sie verbesserten sich damit im U3-Bereich um -0,3 und im Ü3-Bereich um -0,5. Gleichzeitig ist die Zahl des pädagogischen Personals 2022 um 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, seit 2019 sogar um 12 Prozent. Auch die Zahl der Ausbildungsanfänger*innen stieg seit 2019 um sieben Prozent. Weiterhin bestehen aber große Unterschiede zwischen den Bundesländern. Die Spanne der Personal-Kind-Schlüssel auf Länderebene reicht im U3-Bereich von 1:3,0 bis 1:5,8 und hat sich in den letzten Jahren nicht verkleinert. Für eine Angleichung der Lebensverhältnisse und gleiche Aufwachsensbedingungen sind daher weitere Anstrengungen nötig, konstatiert das BMFSFJ. 
Das Statistische Bundesamt befasst sich in einer aktuellen Pressemitteilung in einem längeren Vergleichszeitraum ebenfalls mit der Personalentwicklung im Kita-Bereich. In den vergangenen zehn Jahren ist demzufolge die Zahl des pädagogisch tätigen Personals um knapp 50 Prozent auf 702.000 Personen zum Stichtag 1. März 2023 gestiegen. Die Zahl der betreuten Kinder nahm im gleichen Zeitraum nur um 22 Prozent zu, was einen besseren Betreuungsschlüssel nahelegt. Bemerkenswert ist mit Blick auf die Personalsituation in Kitas die vergleichsweise geringe Zahl der Beschäftigten in Vollzeit mit 66 Prozent. Dies dient als eine Erklärung für die aktuell angespannte Personalsituation. Auffällig ist ebenso das niedrige Durchschnittsalter des pädagogischen Personals in Kitas im Vergleich zu den Erwerbstätigen insgesamt. Zurückzuführen ist das auch auf den großen Anstieg von pädagogischem Personal, das noch in Ausbildung ist.



Material für die Praxis

Neues AWO/DEVI-Themenblatt: Inklusion. Querschnittsaufgabe, Selbstbestimmung und Teilhabe 
Inklusion erfindet das Rad in der frühkindlichen Bildung nicht neu, sondern führt bestehende Ideen und Konzepte der Einrichtungen zusammen und weiter. Unter anderem sind in dieser Leitidee Aspekte der Gemeinwesenarbeit, des Gender-Mainstreamings, der interkulturellen Öffnung, der Lebenslagenkonzepte und des Empowerments enthalten. Auch das Konzept der Partizipation ist von zentraler Bedeutung für den inklusiven Prozess. Inklusion bildet eine Art Dach, unter dem bestehende Konzepte zusammengeführt und reflektiert werden sollten. Es gibt also viele Anknüpfungspunkte in der Praxis. Das neue Themenblatt in unserem Partner-Projekt „Demokratie stärken. Vielfalt gestalten“ der AWO führt in das Thema ein, und bündelt diese Vorschläge. Das Themenblatt kann hier heruntergeladen werden. 

Publikation: Partizipation als Privileg? Klassismus und Kinderarmut im Kontext von kinderrechtebasierter Demokratiebildung 
In der neuen Publikation des Deutschen Kinderhilfswerks zum Thema Klassismus und Kinderarmut im Kontext von kinderrechtebasierter Demokratiebildung gehen verschiedene Beiträge dem Problem der Kinderarmut sowie klassistischer Diskriminierungen aus unterschiedlichen Perspektiven auf den Grund. Die Broschüre soll eine Brücke zwischen theoretisch fundierten Einführungen und konkreten Anwendungsbeispielen schlagen. Praktische Hinweise, wie mit Armut und daraus resultierenden Diskriminierungen in der pädagogischen Praxis sensibel umgegangen werden kann, bietet vor allem der Beitrag „KiTa armutssensibel gestalten – Ein Plädoyer für eine armutssensible Perspektive“ ab Seite 35. 



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Mit freundlichen Grüßen

Jan Becht 

Verband Katholischer Tageseinrichtungen
für Kinder (KTK) - Bundesverband e.V.
Karlstr. 40, 79104 Freiburg

Tel.: 0761 200 236
Fax: 0761 200 735

E-Mail:
jan.becht@caritas.de

www.demokratie-in-kinderschuhen.de

 





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