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Newsletter der Caritas im Bistum Erfurt 9/2025
Philipp Nitsche zum neuen Diözesan-Caritasdirektor im Bistum Erfurt berufen – Andrea Stützer bleibt weiter Vorstand
Philipp Nitsche wurde zum neuen Diözesan-Caritasdirektor im Bistum Erfurt bestellt — die Berufung gilt ab dem 1. Januar 2026 für sechs Jahre. Er hatte die Funktion bereits seit Juni 2025 kommissarisch, die Ernennungsurkunde überreichte Bischof Dr. Ulrich Neymeyr am 9. Dezember 2025. Gleichzeitig erhielt Andrea Stützer eine Verlängerung ihrer kommissarischen Vorstandstätigkeit bis zum 30. Juni 2026 und führt weiterhin die Katholische Altenheim Eichsfeld gGmbH. Nitsche, der seit 2014 in verschiedenen Führungspositionen im Caritasverband Erfurt tätig ist, und Stützer möchten mit Blick auf das Jahresthema 2025 „Caritas öffnet Türen“ Solidarität und offene Unterstützung für Menschen in Not stärken.
Jeder Mensch braucht ein Zuhause
In Erfurt leben über 300 Menschen ohne Wohnung, viele davon unsichtbar in verdeckter Obdachlosigkeit. Einer von ihnen ist Andreas, der nach Jahren der Abhängigkeit seine Wohnung verlor und trotz Therapie, Vollzeitjob und mehr als 50 Wohnungsbewerbungen weiterhin um ein eigenes Zuhause kämpfen muss. Die Caritas unterstützt im Tagestreff täglich rund 150 Menschen mit warmem Essen, Duschen, Beratung und Hilfe bei der Wohnungssuche – oft ist das der erste Schritt zurück in Stabilität. Unsere aktuelle Weihnachtsaktion für obdachlose Menschen ermöglicht konkrete Unterstützung, zum Beispiel bei Kautionen oder dringend benötigten Alltagskosten. Jede Spende hilft – jeder Euro kann ein Leben verändern und neue Perspektiven eröffnen.
Cornelia Prockl – Zehn Jahre zwischen Chaos, Mut und Menschlichkeit
Seit zehn Jahren begleitet Cornelia Prockl bei der Caritas Menschen auf der Flucht – von den ersten chaotischen Tagen der Aufnahmeeinrichtung in Mühlhausen 2015 über die Ehrenamtskoordination bis hin zur Rückkehrberatung. Nach ihrem eigenen Umbruch fand sie im direkten Kontakt ihre Berufung und wurde für viele Geflüchtete zu einer wichtigen Begleiterin. Sie erlebte Ängste, Mut, Kulturunterschiede und leise Schicksale – und hält dabei bis heute an Menschlichkeit und Respekt fest. In einer Zeit verschärfter gesellschaftlicher Stimmung wünscht sie sich weniger Bürokratie, mehr Mut und ein offenes Hinsehen.
St. Georg Klinikum Eisenach stellt Weichen für die Zukunft – Wartburgkreis übernimmt Anteile
Die Christliches Krankenhaus gGmbH Eisenach überträgt ihre Anteile an der St. Georg Klinikum Eisenach gGmbH zum 1. Juli 2026 an den Wartburgkreis, um angesichts bundesweiter Reformen mehr Handlungsspielraum und langfristige Sicherheit für den Klinikstandort zu schaffen. Der Wartburgkreis übernimmt damit Verantwortung für die regionale Gesundheitsversorgung und will Stabilität, Planungssicherheit und eine Weiterentwicklung der medizinischen Angebote gewährleisten. Mit dem Schritt endet ein Kapitel fast 150-jähriger konfessioneller Trägerschaft und es beginnt ein neues, in einer langen Krankenhausgeschichte verwurzeltes, kommunales Kapitel für die Eisenacher Klinik.
Gedenkgottesdienst für unsere Gäste
Im Caritas Hospizzentrum Mutter Teresa in Heilbad Heiligenstadt fand ein Gedenkgottesdienst für die in den vergangenen Monaten verstorbenen Gäste statt. Nach einem gemeinsamen Kaffeetrinken, bei dem Angehörige sowie Mitarbeitende Erinnerungen teilen konnten, wurde im Raum der Stille für jeden Verstorbenen eine Kerze entzündet – als Zeichen des Gedenkens, der Dankbarkeit und der bleibenden Verbundenheit über den Tod hinaus.
TARGOBANK-Team unterstützt den Mariengarten des Caritashauses St. Vinzenz mit Aktionstag und Spende
Vier Mitarbeiterinnen der TARGOBANK-Filiale Erfurt machten im Rahmen eines Aktionstags den Mariengarten des Caritashauses St. Vinzenz winterfest und unterstützten damit die Kinder und Jugendlichen, für die der Garten ein wichtiger Rückzugs- und Erlebnisraum ist. Neben dem tatkräftigen Einsatz überreichte die Bank zudem eine Spende von 2.000 Euro zur Förderung pädagogischer Angebote. Das Caritashaus dankt dem Team herzlich für Solidarität und gesellschaftliche Verantwortung.
Rentendebatte – Caritas begrüßt Bemühen um Lastenverteilung und soziale Balance
Der Deutsche Caritasverband begrüßt die neuen Vorschläge zur Rentenreform, die eine faire Lastenverteilung zwischen den Generationen und mehr soziale Balance anstreben. Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa lobt insbesondere Ansätze, die das Renteneintrittsalter an Beitragsjahre oder berufliche Belastungen koppeln und gleichzeitig die Armutsrisiken selbstständiger Erwerbsverläufe in den Blick nehmen. Entscheidend sei, dass Menschen mit kleinen Einkommen nach jahrzehntelanger Beitragszahlung eine Rente oberhalb des Grundsicherungsniveaus erhalten. Neben Reformen im Rentensystem brauche es eine Politik, die junge Generationen entlastet und deren Zukunftschancen – etwa durch Bildungs-, Klima- und Familienpolitik – stärkt.
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